MEINUNGSBAROMETER.INFO

DIGITALISIERUNG

DAS FACHDEBATTENPORTAL

Für Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Medien & Gesellschaft


schliessen

Bitte hier einloggen:

Login

Passwort vergessen?
 
03.10.2026
Kopieren und anderweitige Vervielfältigungen sind nicht erlaubt.
Anzeige

28.10.2016 INTERVIEW
PRODUKTION | FORSCHUNG | SPORT

BAUERFEIND VERLÄSSLICHER PARTNER DES SPITZENSPORTS

Warum die Erfahrungen im Leistungssport allen Patienten zugute kommen

Thomas Bauerfeind, Mitglied im Vorstand der Bauerfeind AG

Thomas Bauerfeind, Mitglied im Vorstand der Bauerfeind AG [Quelle: Andreas Wetzel]


Die Geschichte des Familienunternehmens Bauerfeind begann vor 87 Jahren im vogtländischen Thüringen. Heute ist das auf die Herstellung medizinischer Hilfsmittel spezialisierte Unternehmen eine der erfolgreichsten Firmen auf dem Weltmarkt. Längst existieren langjährig gewachsene Partnerschaften im Sportbereich. Seit Januar 2016 ist Dirk Nowitzki Markenbotschafter von Bauerfeind. "Mit seiner Bodenständigkeit und seinen Qualitätsanspruch passt er einfach perfekt zu unseren Werten", so Thomas Bauerfeind, Mitglied im Vorstand der Bauerfeind  AG.


Das Unternehmen Bauerfeind und der Spitzensport sind eng miteinander verbunden. Warum sind Sie als Hersteller von medizinischen Hilfsmitteln wie Bandagen, Orthesen und medizinischen Kompressionsstrümpfen für den Spitzensport interessant?
Viele unserer Produkte kommen nach Verletzungen oder chronischen Überlastungsschäden zum Einsatz, die beim Sport entstanden sind. Da liegt es nahe, Partnerschaften bei den Olympischen Spielen oder im Handball, Fußball und Basketball einzugehen. Durch die Arbeit mit den Sportlern gewinnen wir immer wieder neue Erkenntnisse für die Produktentwicklung. Und, was bei den Spitzensportlern sehr gut funktioniert, das eignet sich gewiss auch für jeden anderen Patienten. Insofern sind die Anforderungen des Spitzensports schon Maßstab für unsere Arbeit.

Seit 2013 sind Sie offizieller Service-Partner der Deutschen Sporthilfe. Wie sieht diese Kooperation im Detail aus und was bringt diese Partnerschaft dem einzelnen Sportler?
Wir stehen den 3.800 von der Stiftung geförderten Sportlern im Verletzungsfall und präventiv mit unseren Produkten zur Seite. Das heißt, der Sportler meldet sich bei uns und wir organisieren eine Versorgung, zu der auch das individuelle Anpassen der Produkte gehört. Dabei werden die mehr als 1.000 Qualitätspartner im Sanitätsfachhandel einbezogen, mit denen uns eine sehr enge Zusammenarbeit verbindet. So ist gewährleistet, dass dem Sportler in einem Sanitätshaus in der Nähe schnell geholfen werden kann. Zudem gibt es bei uns sehr erfahrene Orthopädietechniker speziell für die Betreuung von Spitzensportlern. Die fahren dann, zum Beispiel im Vorfeld großer Sportereignisse, in die Bundesleistungszentren, um gleich ganze Mannschaften zu betreuen. Das war jetzt vor den Olympischen Sommerspielen verstärkt der Fall. Insgesamt werden pro Jahr ungefähr 700 von der Sporthilfe geförderte Athleten mit Bauerfeind-Produkten ausgestattet.

Bieten Sie auch für Freizeitsportler (diese) medizinischen Hilfsmittel an?
Unsere Produkte sind für Jedermann verfügbar. Sie werden über den Sanitätsfachhandel vertrieben und sind auf Rezept erhältlich, das der Arzt ausstellt. Speziell für den präventiven Einsatz haben wir seit Beginn des Jahres eine neue Sportlinie auf dem Markt. Sie umfasst Bandagen, Kompressionstextilien und Einlagen für Sportschuhe. Durch die leichten Materialien und besondere Funktionen sind die Produkte speziell für den Sportgebrauch konzipiert.

Was viele nicht wissen: Als traditionsreiches Familienunternehmen haben Sie Ihren Sitz im thüringischen Vogtland. Warum agieren Sie gerade von hier aus?
Hier begann die Geschichte unseres Familienunternehmens vor 87 Jahren. Nach dem Mauerfall gab es die Möglichkeit, wieder an die Ursprünge zurück zu kehren und mein Vater, der in Zeulenroda geboren wurde und dem die Stadt sehr am Herzen liegt, ergriff 1991 diese Chance.

Wer etwas aufmerksamer die Medien- und Sportwelt verfolgt hat mitbekommen, dass Basketball-Superstar Dirk Nowitzki weltweiter Markenbotschafter von Bauerfeind ist. Ganz ehrlich, Herr Bauerfeind. Wie groß ist Ihr persönlicher Verdienst daran, dass es zu dieser Partnerschaft gekommen ist?
Mit Dirk Nowitzki haben wir einen Markenbotschafter - der weltweit von vielen Menschen erkannt wird - und durch seine Bodenständigkeit und seinen Qualitätsanspruch einfach perfekt zu unseren Werten passt. Das Schöne ist: Bereits vor unserer Partnerschaft nutzte er unsere Produkte. 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking und auch, als er 2012 sein Knie verletzte und nach einer OP die Rehabilitation begann. Ich habe Dirk erst im Herbst 2015 kennen gelernt. Damals bin ich nach Dallas geflogen, um mit ihm über den Vertrag zu sprechen. Die Atmosphäre war locker und sehr angenehm, denn er musste nicht mehr von uns überzeugt werden. Er war es ja schon. Das war also nicht mein Verdienst.

Über die Bauerfeind AG und Thomas Bauerfeind:
Das Unternehmen, mit Sitz in Zeulenroda,  ist spezialisiert auf die Herstellung medizinischer Hilfsmittel wie Bandagen, Orthesen und Kompressionsstrümpfe sowie orthopädische Einlagen. Thomas Bauerfeind (42) ist seit 2012 Mitglied im Vorstand der Bauerfeind AG, die 1929 von seinem Urgroßvater gegründet und zurzeit von seinem Vater Prof. Hans B. Bauerfeind geleitet wird. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und war bereits in verschiedenen Positionen im Familienunternehmen tätig. Zuletzt expandierte unter seiner Geschäftsführung darüber hinaus der Bequemschuh-Hersteller Berkemann sehr erfolgreich.