Welche Bedeutung haben heute noch für Ihre Radioprogramme die Musik-Charts der GfK?
Die Musik-Charts der GfK bieten neben den Airplaycharts eine grundsätzliche Orientierung bei der Auswahl neuer Songs für die Musikplanung.
Nutzen Sie Musikplattformen, wie Youtube, iTunes-Charts oder Spotify, für die Zusammenstellung Ihrer Musikprogramme?
Nicht für die Zusammenstellung des Musikprogramms. Dafür bieten diese Plattformen zu wenig regionale Erkenntnisse. Es kommt vereinzelt vor, dass wir uns die Beliebtheit eines Songs auf nationaler Ebene ansehen. Für uns als landesweiter Regionalsender ist aber am Ende der Blick auf den eigenen Markt entscheidend für die Auswahl eines Songs.
Welche Rolle spielen Sender-interne Musiktests oder Hörerumfragen?
Hörerbasierte Musiktests im eigenen Marktumfeld spielen nach wie vor eine sehr bedeutende Rolle für uns. Der Musikgeschmack unserer Hörer hat wie immer höchste Priorität. Die Märkte der einzelnen Bundesländer ticken da in Teilen unterschiedlich. Man muss also bei der Planung sehr individuell und detailliert vorgehen. Der interne Musiktest ist die Basis unserer Musikplanung und bildet das Fundament auf dem wir dann die Rotation aufbauen. Diese Basis wird flankiert von unserer jahrelangen, marktübergreifenden Erfahrung in der Musikforschung und Planung sowie dem notwendigen Bauchgefühl.
Was braucht es noch, um zielgruppengenaue Musikfarben zu entwickeln?
In erster Linie gute Songs und ein geschicktes Händchen für die richtige Reihenfolge und Häufigkeit der Plays. Für Mainstream-Formate sind hitverdächtige Songs, mit unterschiedlicher Anmutung, Tempo und Stimmung aus den entsprechenden, meistgehörten Genres wichtig, damit ein Programm dynamisch, positiv und sympathisch beim Hörer ankommt. Die Bestückung der Hotrotation sowie aller weiteren sekundären Kategorien bis hin zu den Neu-Songs muss sehr gut überlegt sein. Außerdem ist es sehr wichtig den Mix aus alt und neu, sehr sensibel auf die Marktanforderungen anzupassen. Musikgeschmack und -angebot befinden sich immer im Wandel und es ist unserer Aufgabe, herauszufinden was gerade ganz oben steht und wie man Geschmack und Angebot so gut wie nur möglich zusammenbringt und aufeinander abstimmt. Ein Mainstreamformat wird immer ein Kompromiss sein, da wir es musikalisch so vielen Menschen wie möglich recht machen möchten.



