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03.10.2026
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KLIMAANPASSUNG ALS GEMEINSCHAFTSAUFGABE DEFINIEREN

Wie die Stadt Flensburg beim Thema Hitze vorsorgt - und welche Unterstürzung gut wäre

Stefan Niemöller - Stadtbaurat, Stadt Flensburg

Stefan Niemöller - Stadtbaurat, Stadt Flensburg [Quelle: Stadt Flensburg]


Die Stadt Flensburg hat im Rekordhitzesommer eine Kühle-Orte-Karte veröffentlicht. Stadtbaurat Stefan Niemöller berichtet noch von weiteren Maßnahmen und erklärt etwa, wie sich seine Stadt mit anderen zum Thema vernetzt.


Der Rekordsommer hat einmal mehr die Hitze-Vorsorge in den Blickpunkt gerückt. Wie rüstet Ihre Kommune sich gegen Hitzewellen?
In Flensburg haben wir eine Kühle-Orte-Karte veröffentlicht, die über eine Printdatei hinaus als interaktives Instrument ausgebaut werden soll. Dort ist unter anderem auch unseren Trinkbrunnen in der Innenstadt verzeichnet, den wir erneut aufgestellt und in Betrieb genommen haben. Mit Pflanzungen weiterer Bäume in Grünflächen schaffen wir zudem kontinuierlich schattenspendende Zonen im Stadtgebiet. Außerdem berücksichtigen wir verstärkt Hitzeschutzaspekte in Bauleitplänen und bei allen Bauprojekten; dazu zählen die Themen Entsiegelung, Begrünung, Dach- und Fassadenbegrünung, Albedo-Effekt von Oberflächen. 

In vielen Städten gibt es gute Best-Practice-Beispiele – wie vernetzen Sie sich mit anderen Kommunen bei diesem Thema?
Unter anderem pflegen wir den Austausch mit Klimaanpassungsmanagern und -managerinnen landes- und bundesweit sowohl in Präsenz- als auch Onlineveranstaltungen. Des Weiteren beteiligen wir uns am Mentoring-Programm des Zentrums KlimaAnpassung (ZKA).

Wie können digitale Tools etwa bei der Vorhersage von Hitzewellen und zur Planung von Schutzmaßnahmen helfen?
Hitze-Risiko-Karten, Versiegelungsgrad- und Grünanteil-Karten beispielsweise können dabei helfen, die Auswirkungen geplanter Baumaßnahmen zu beurteilen und entsprechende Hitzeschutzmaßnahmen mit der Baumaßnahme umzusetzen. Auch ein Instrument wie eine (interaktive) Kühle-Orte-Karte kann dokumentieren, wo weitere kühle und schattige Plätze einzurichten sind. Mit Hilfe von bestimmten sensorischen Tools lassen sich Daten sammeln und zur Verfügung stellen sowie mit Vorsorgetipps an die Bevölkerung verknüpfen. 

Wie sollte der Bund die Kommunen beim Hitzeschutz unterstützen?
Wichtig wären eine schnelle und effektive Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung, die im Rahmen der Konnexität von Land und Bund finanziert werden müssen. Damit alle Akteure an einem Strang ziehen, müsste die Notwendigkeit der Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommune definiert werden.