MEINUNGSBAROMETER.INFO

DIGITALISIERUNG

DAS FACHDEBATTENPORTAL

Für Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Medien & Gesellschaft


schliessen

Bitte hier einloggen:

Login

Passwort vergessen?
 
04.04.2026
Kopieren und anderweitige Vervielfältigungen sind nicht erlaubt.

WINTERSPORTREGIONEN SOLLTEN GANZJAHRESSTRATEGIE EHER QUALITATIV ALS QUANTITATIV DENKEN

Und warum der Druck auf die Natur dabei gering bleiben sollte

Prof. Valentina Ausserladscheider - Stv. Leiterin, Institut für Wirtschaftssoziologie an der Universität Wien

Prof. Valentina Ausserladscheider - Stv. Leiterin, Institut für Wirtschaftssoziologie an der Universität Wien [Quelle: Universität Wien ]


"Viele Regionen in den Alpen sind wirtschaftlich stark vom Tourismus abhängig", konstatiert Prof. Valentina Ausserladscheider von der Universität Wien. Sie erklärt deswegen, worauf Wintersportregionen angesichts des Klimawandels achten sollten und wie die Politik sie dabei unterstützen kann.


Der Klimawandel stellt einige Wintersportregionen vor große Herausforderungen - mit welchen Strategien können die Regionen dem begegnen?
Viele Regionen setzen derzeit stark auf technische Beschneiung. Zusätzlich diversifizieren sie ihr Angebot: Einerseits wird versucht, die Saison über den Winter hinaus auszudehnen, indem etwa der Bergsommer gezielt ausgebaut wird. Andererseits entwickeln sie Angebote, die weniger stark von Schneesicherheit abhängen – zum Beispiel Winterwandern, Rodeln auf kurzen, gezielt beschneiten Abschnitten oder schneeärmere Nordic-Angebote.

Insbesondere Ganz-Jahresangebote werden von verschiedenen Regionen vorabgetrieben - welche Faktoren können diese erfolgreich machen?
Viele Regionen in den Alpen sind wirtschaftlich stark vom Tourismus abhängig – und dieser ist in hohem Maß naturbasiert. Ein Ganzjahresangebot kann daher nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn es Natur- und Landschaftsraum schützt und die Nutzung gut steuert, etwa durch Besucherlenkung, passende Infrastruktur und klare Regeln. Das bedeutet oft auch: Die Ganzjahresstrategie sollte eher qualitativ als quantitativ gedacht sein – also höhere Wertschöpfung pro Gast, statt immer mehr Gäste und immer mehr Druck auf die Natur.

Wie sollte die Politik die Regionen aus Ihrer Sicht unterstützen?  
In vielen Regionen fließt nach wie vor viel Geld in technische Beschneiung und skibasierte Infrastruktur. Zielführender wäre es, diese Mittel stärker für die Anpassung skitouristisch geprägter Regionen einzusetzen – etwa für Diversifizierung, klimafitte Ganzjahresangebote, Mobilität, Qualifizierung und Naturschutzmaßnahmen. So erhöhen Regionen ihre Resilienz, statt sich weiter einseitig von Schneesicherheit abhängig zu machen.